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Recklinghäuser Zeitung, 26.09.2015

 

Verein "WANDELbar" setzt auf Nachhaltigkeit 

 

RECKLINGHAUSEN Der Verein „WANDELbar“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Materialien aus der Industrie, dem Handel und Handwerk, von Firmen und Veranstaltern zu nutzen und ihnen wieder Wert zu geben. Doch immer noch müssen die neun Pädagoginnen Geschenke von Firmen oder Veranstaltern ablehnen. „Uns fehlt ein großes Lager“, bedauert Susanne Nowack.

Von Ulrike Geburek

Viele Dinge landen in der Regel im Container, dabei seien sie eigentlich viel zu schade zum Wegwerfen, berichtet Kornelia Gödde, die das extravagante Projekt gemeinsam mit Susanne Nowack auf den Weg gebracht hat. Nun haben die Jungen und Mädchen in den Recklinghäuser Kindergärten ihre helle Freude daran. Aber auch Schüler und Künstler profitierten davon.

„Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Wir möchten für positives Handeln sensibilisieren. Keiner muss im Überfluss konsumieren“, erzählt Susanne Nowack weiter. Und ganz nebenbei hat der Nachwuchs riesigen Spaß, wenn er mit ungewöhnlichen Dingen spielen und basteln kann. „Das regt die Kreativität ungemein an, vor allem wenn die Dinge zweckentfremdet werden und dabei Neues entsteht“, erklärt Beate Wengelinski.

Ein weiterer Vorteil: die Masse. „Wenn Kinder Fülle haben, dann reizt sie das besonders“, meint Beatrix Rumpke. Da gibt es Wannen voller Styroporkugeln, Murmeln oder Prismen, Berge voller Pappbecher, Tontöpfe oder Rohre, Säcke voller Plastikschalen, Holzschachteln oder Stoffreste. Kacheln oder Korken, Bälle oder Bilderrahmen, Teppichmuster oder Tapetenbücher: Die Bandbreite möglicher Spenden ist riesig.
Längst haben sich die Frauen ein gutes Netzwerk aufgebaut. Unternehmen und die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) rufen an, wenn es gilt, Material in großer Stückzahl oder eben etwas Außergewöhnliches vor der Mülltonne zu retten, zum Beispiel die Dekoration eines Messestandes. „Und das alles gibt es nicht zu kaufen. Das macht die Sache noch spannender“, weiß Gabriele Böhmer.

Kommt das „Angebot“ herein, verständigen die Vereinsfrauen – ruck, zuck per E-Mail – die Kindergärten und alle anderen, die auf ihrer Liste stehen. „In der Regel wollen die Firmen das Material schnell loswerden. Doch leider können wir es nicht zwischenlagern“, so Kornelia Gödde.

Darum träumen sie von einem 30 Quadratmeter großen Raum, wo sie die „zauberhaften Geschenke“ parken und präsentieren können, bevor sie sie gratis verteilen. Susanne Nowack: „Dort hätten wir dann auch die Möglichkeit, Workshops zum Thema Nachhaltigkeit anzubieten.“ Dieses Lager darf natürlich nicht viel kosten, wenn überhaupt. So suchen die engagierten Frauen weiter. Und vielleicht können die „WANDELbaren“ beim nächsten Mal die 100 Röhren annehmen...

Mitglieder des Vereins "WANDELbar" diskutieren am 17.09.2015 in der Schmiede über zukünftige Projekte. Foto: Thomas Nowaczyk

 

 

 

 

Recklinghäuser Zeitung vom 25.02.2015